Heizungswasser und der Einsatz von Hocheffizienzpumpen in Heizungsanlagen

Für die Definition von Heizungswasser gibt es die verschiedensten

Angaben nach DIN, VDI, Komponentenhersteller (Kessel, Thermen, Armaturen, Heizkörper usw.) und Wasseraufbereiter. Diese einzelnen Vorgaben sind leider nur selten aufeinander abgestimmt.

Wir wollen ein Heizungswasser, welches wir aus mindestens 1.000 unterschiedlichen Trinkwassern unserer Wasserversorger in die Heizungs- und Kühlanlagen einfüllen, ohne dass es sich aggressiv gegen die verwendeten Anlagenkomponenten wendet oder sich leistungsmindernd auswirkt. Heizungswasser sollte idealerweise frei von Ruckstanden, wie Korrosionsprodukten (z.B. Magnetit), Rostteilchen oder Schwebteilchen und Mikroorganismen (Wo Wasser ist, ist auch Leben!), sein. Lange galt ein pH-Wert von 8,2 bis 10,5 als nicht korrosionsbegünstigend. Durch die ständige Ausweitung des in die Heizungsanlage eingebauten Materialmixes ist diese Aussage jedoch nicht mehr gültig. So kann die Aluminiumoxydschicht bereits bei einem pH-Wert kleiner 8,0 und größer 8,5 nachhaltig angegriffen werden.

Da durch den Materialmix im Heizungssystem Anode und Katode gegeben sind, wird nun versucht, das Elektrolyt weniger leitfähig zu gestalten. Dies geschieht durch die vollständige oder Teil-Entsalzung des Füll- und Ergänzungswassers für die Heizungsanlage. Dabei wird ein elektrischer Leitwert nach den ersten 6 Monaten des Betriebes von kleiner 100 μS/cm angestrebt. Wie dies in der handwerklichen Praxis bei Neu- und Altanlagen sicher zu stellen ist, bleibt noch im Trüben. Ebenso wie die Frage, welche Schritte zu unternehmen sind, wenn der vorgesehene elektrische Leitwert von 100 μS/cm nach 6 Monaten überschritten wird.

Uber den Punkt, wer die dann folgenden Aufwendungen finanziert, gibt es keine verbindlichen Aussagen. In ersten Tests in Heizungsanlagen hat sich herausgestellt, dass sich bei einem niedrigen elektrischen Leitwert die Toleranz der eingesetzten Materialien gegenüber einem niedrigeren pH-Wert erhöht.

Die Wasserharte des zum Einsatz kommenden Füll- und Ergänzungswassers hat in früheren Jahrzehnten eher eine schützende und puffernde Rolle übernommen. Nur bei extremen Wasserharten oder Füll- und Ergänzungsmengen kam es durch Wassersteinbildung zu Leistungsminderung und Anlagenschaden. Durch die immer hoher werdende Leistungsdichte im Wärmetauscher der Wärmequelle verringert sich die Oberflache an der sich der Kalk des Wassers ablagert mit der entsprechend eintretenden Leistungsminderung und Anlagenschaden. Somit muss die Wasserharte je nach Art des Wärmeerzeugers, dessen Wärmeleistung und des Füll- und Ergänzungsvolumens angepasst werden. Bei einer klassischen Wasserenthärtung werden jedoch die Härtebildner des Rohwassers gegen Salze ausgetauscht, was sich negativ auf den Leitwert und die pH-Wertstabilisierung des Heizungswassers auswirkt. Zu verhindern ist dies nur mit einer Vollentsalzung des Füll- und des Ergänzungswassers mit all seinen Aufwendungen und Problemen. Der Leitwert ist hiermit einzuhalten, jedoch hat das Heizungswasser keine Pufferung mehr gegenüber einer pH-Wert Veränderung. Zur Stabilisierung werden gerne Mittel wie Trinatriumphosphat eingesetzt. Wenn nun aber der Benutzer der Heizungsanlage in Unachtsamkeit nicht vollentsalztes Ergänzungswasser auf die Anlage gibt, fallt das Trinatriumphosphat mit dem Kalk aus und es kommt zur Korrosion in der Heizungsanlage durch ein Abdriften des pH-Wertes.

Wenn die Eigenschaften des Heizungswassers immer weniger voraus zu sehen sind, so sind auch Probleme mit aktiven Anlagenkomponenten wie die Hocheffizienzheizungspumpen nur bedingt auszuschließen. Durch immer geringere Fertigungstoleranzen und eine Affinität für magnetische Wasserinhaltsstoffe kann es zum schweren Lauf oder zur Blockade kommen. Heizungswasser sollte also frei von Partikeln sein. Im Angebot von Herstellern und Lieferanten stehen hier Filter und Magnetitabscheider. Es besteht jedoch keine Vorschrift zum zwingenden Einbau, hier sind die Herstellerangaben der verwendeten Komponenten zu beachten. Die Anlagenerstellungs- und Wartungskosten steigen.

Als Empfehlung kann bisher nur gegeben werden, bei Heizungsanlagen den Materialmix so klein wie möglich zu halten, solange wir noch auf dasfür alle Anlagen gültige Füll- und Ergänzungsmedium (evtl. Heizungswasser) warten.

Beim Einbau einer Hocheffizienzpumpe sei noch auf den erhöhten Anlaufstrom hingewiesen, er verhindert weitgehend ein Festsitzen des Laufers, kann aber im Kesselschaltfeld bei zu geringer Absicherung zu Problemen fuhren.

Abschließend sei darüber informiert, dass der Fachausschuss Sanitär/Heizung unseres Fachverbandes empfiehlt, bei jedem Angebot über Arbeiten an einem Pumpenwarmwasserheizsystem, wo noch nicht vorhanden, einen Magnetit- und Schlammfilter, ebenso wie den hydraulischen Abgleich mit anzubieten.